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Der Werdegang der Jagdhornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg

Der Anfang...
Der Jäger, die Jagd und das Jagdhorn haben schon seit Urzeiten die Fantasie der Menschen beschäftigt und zahlreiche Gedichte, Balladen und Volkslieder ranken sich um dieses Thema. GeburtsstundeIm Sinne dieser Tradition begannen im Jahre 1979 auf Initiative von Hornmeister Jürgen Rehard 10 jagdmusikalisch interessierte Alsdorfer Jungs mit 3 Clewing´schen Taschenhörnern und 7 Fürst-Pless-Hörnern in der Stimmung 'B' zu proben. Diese Hörner sind auch heute noch üblich zur Verständigung bei der Jagd und in dieser Form seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Gebrauch.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelang es den Alsdorfern nach intensiver Probenarbeit relativ rasch die allgemeinen deutschen Jagdsignale vorzutragen. Nach der zusätzlichen Anschaffung von 2 Parforcehörnern in 'B' konnten nun auch die bekannten Jägermärsche und Jagdstücke in Angriff genommen werden. Damit spielten sich die Alsdorfer Jagdhornbläser dann auch sehr schnell in die Herzen der Zuhörer und waren bereits nach kurzer Zeit eine gerngesehene und -gehörte Bläsergruppe in der Umgebung. Bereits im Jahre 1981 konnte die Gruppe sogar erfolgreich an einigen Bläsertreffen teilnehmen.
Leider ist der Tonumfang dieser in 'B' gestimmten Instrumente mit 6 Naturtönen begrenzt und dementsprechend sind die musikalischen Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Gemäß dem Motto 'Stillstand ist Rückschritt' wurde deshalb schon früh an der musikalischen Weiterentwicklung gearbeitet.

Der Umstieg aufs Parforcehorn in 'Es'...
Da Hornmeister Jürgen Rehard bereits einige Jahre bei der Es-Horngruppe Hachenburg aktiv war, lag es nahe, daß auch die Alsdorfer das große Parforcehorn in 'Es' anschafften und sich beide Gruppen zusammenschlossen. Bedauerlicherweise erinnert heute nur noch der Name 'Alsdorf-Hachenburg' an die damalige Fusion, da alle Bläser aus dem Hachenburger Raum inzwischen aus Altersgründen ausgeschieden sind. Mittlerweile reicht das Repertoire der Gruppe von den klassischen Signalen mit Fürst-Pless-Hörnern in 'B' über umfangreiche Ventilhornstücke bis hin zu den konzertanten Werken für Parforcehörner in 'Es' (siehe hierzu auch die Übersicht aller Vortragsstücke im Repertoire). Dieses große Horn in 'Es', mit einem Windungsdurchmesser von nahezu 50 cm wurde vom ausgehenden Mittelalter bis zur Abschaffung der Parforcejagd Mitte des 19. Jahrhunderts von den Jägern zu Pferde eingesetzt. Heute wird es nur noch zu feierlichen Anlässen wie den traditionellen Hubertusmessen und jagdmusikalischen Konzerten verwendet. Mit einer Länge von weit über 4 Metern und einem Tonumfang von 20 Tönen ist es auch ohne Ventile konzertant einsetzbar, verlangt aber vom Bläser äußerste Konzentration und ständige Übung, da die Töne sehr dicht zusammenliegen. Die größte Blütezeit erlebte dieses Musikinstrument zur Zeit Ludwig des XV. von Frankreich, dessen Hofjagdmeister, Marquis de Dampierre, auch einer der ersten Virtuosen auf dem Parforcehorn war (siehe hierzu auch Geschichte des Jagdhorns).

Die Nachwuchsarbeit...
NachwuchsIm Zeitalter von Computerspielen und MP3-Musik steht es mit der Begeisterung der Jugend für traditionelle Aktivitäten ja bekanntlich eher schlecht. Umso erstaunlicher ist es, dass in Alsdorf immer wieder das Interesse der Jugend für diese traditionelle Musik geweckt werden kann. So wurden seit der Gründung immer wieder junge Nachwuchsbläser ausgebildet die sich sehr schnell in die Gruppe integrierten.
Derzeit sind wieder vier neue Mitglieder der Gruppe in Ausbildung (siehe auch unter Nachwuchs).

Die intensive Jugend- und Nachwuchsarbeit unseres Hornmeisters Jürgen Rehard und die Begeisterung der Jugendlichen für das Jagdhornblasen stellen sicher, dass in der Jaghornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg immer wieder neue Talente heranreifen. Sie machen uns zuversichtlich dass wir auch weiterhin viele Erfolge haben werden.
Neben dem Ersatz von ausgeschiedenen Bläsern wird ganz nebenbei auch der Geist der Bläsergruppe ewig jung gehalten. Das zeigt auch die für diese traditionelle Art der Musik sehr ausgewogene Altersverteilung. So liegt das Durchschnittsalter der derzeit 21 aktiven und 4 Nachwuchsbläser bei unter 30 Jahren.
Rekrutieren sich die meisten Jagdhornbläsergruppen ihre Bläser aus der Schar der Jäger, so ist es in Alsdorf nahezu ausnahmslos umgekehrt. Viele der mal als Bläser begonnenen Mitglieder haben mittlerweile den Jagdschein erworben und sich für die Jagd interessiert. Auch dies ist eine Art der Nachwuchsförderung.

Der Bekanntheitsgrad...
Die Jagdhornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg ist inzwischen durch viele Auftritte weit über die Grenzen des Westerwaldes und Rheinland-Pfalz hinaus bekannt. Dabei beschränkt sich die Bekanntheit und die Beliebtheit keineswegs nur auf den Kreis der Jagdhornbläser, denen die Gruppe aus Alsdorf-Hachenburg spätestens nach dem achtmaligen Gewinn der rheinland-pfälzischen Landesmeisterschaft in der Königsklasse 'Es'in Rheinland-Pfalz sowie weiterer guter Platzierungen bei Bundes- und Europameisterschaften ein Begriff ist (siehe auch Erfolge).
Landesmeisterschaft 1993 in Luxemburg Die Pflege des jagdlichen Brauchtums findet vielmehr auch bei Nicht-Jägern Beachtung und erfreut sich bester Beliebtheit. Dazu tragen nicht zuletzt viele öffentliche Auftritte (siehe auch Termine) bei, die gerne von Freunden der jagdlichen Musik besucht werden. Von eigenen Konzerten über Vorträge im Rahmen von Volksfesten und Auftritten bei öffentlichen Veranstaltungen wie z.B. dem Rheinland-Pfalz-Tag bis hin zur Gestaltung der historischen Hubertusmesse ist nahezu für jeden Geschmack etwas dabei. Sogar eine CD/MC, die gemeinsam mit dem Jägerchor Hinterland aufgenommen wurde und inzwischen leider vergriffen ist, hat zum Bekanntheitsgrad beigetragen.
Auch im Rahmen von Ausflügen hat die Jagdhornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg immer wieder die heimische Region in anderen Gegenden repräsentiert. So reichen unsere Auftritte von Rottach-Egern am Tegernsee bis nach Undeloh in der Lüneburger Heide, von Luxemburg bis in den Thüringer Wald. Und dies sind sicher nicht die letzten Ausflüge gewesen die die Bläsergruppe gemacht hat.

 
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Jubiläen und Erfolge der Jagdhornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg

Im Vergleich zu anderen alteingesessenen Vereinen in Alsdorf ist die Jagdhornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg ein sehr junger Verein. Dennoch hat man bereits das 10jährige Bestehen der Gruppe im August 1989 in Verbindung mit einem großen Bläsertreffen gefeiert. 26 Bläsergruppen mit ca. 300 Bläsern lieferten einen gebührenden Rahmen für dieses Jubiläum welches bereits am Vortag mit einem Konzert unter dem Motto 'Jagdmusik aus drei Jahrhunderten' begonnen hatte. Aufgrund des allgemeinen Publikumswunsches musste dieses Konzert bereits ein Jahr später in Hachenburg-Gehlert wiederholt werden.

Landesmeisterschaft 1996 in SpeyerDrei Jahre später, im Jahr 1992 war dann die Feuertaufe für die Bläsergruppe gekommen, als der Landeswettbewerb im Jagdhornblasen auf heimischem Boden im Schloßpark Hachenburg ausgetragen wurde. Da gab es kein zurück mehr und die Bläser aus Alsdorf-Hachenburg mussten sich dem Wettbewerb mit den Platzhirschen im Bereich Jagdhornblasen stellen. Umso größer war die Begeisterung als man am Ende mit einem Punkt Vorsprung erstmals Landessieger in der Königsklasse 'Es' wurde (siehe auch Erfolge).
Das Jahr 1994 verlangte dann schon mehr: Zusätzlich zur Landesmeisterschaft in Trier stand der 15. Geburtstag der Gruppe an. Und um eins vorweg zu nehmen: beides wurde mit Bravour gemeistert. Dem erneuten Gewinn der Landesmeisterschaft folgte kurze Zeit später vor begeistertem Publikum in der vollbesetzten Mehrzweckhalle in Alsdorf das große Festkonzert unter dem Motto 'Variationen historischer Jagdmusik'.

In den Jahren 1996 und 1998 konnte in Speyer und Kastellaun der Titel 'Landesmeister in Es' erfolgreich verteidigt werden bevor es im Jahr 1999 dann an das 20jährige Bestehen der Gruppe ging. Konzert zum 20jährigen Bestehen 1999Bei dem Festprogramm, welches mit einer Hubertusmesse eingeleitet wurde und in einem Festkonzert unter Mitwirkung der befreundeten Vereine Jägerchor Hinterland, Parforcehornbläsercorps Siegerland sowie den Bläsergruppen Hinterland und Hickengrund seinen Höhepunkt fand, konnten wieder viele Freunde der Jagdmusik begeistert werden.
Im Juni 2000 in Kaiserslautern und im Juni 2002 in Prüm in der Eifel konnten wieder die Titel 'Landesmeister in Es' errungen werden. Langsam zeichnete sich ab, dass die Jagdhornbläsergruppe aus Alsdorf ein Abonnement auf den Titel zu haben schien. Vor allem wegen der Nachwuchsarbeit und der bevorstehenden Integration der neuen Bläser in die Gruppe wurde dann entschieden, beim folgenden Landeswettbewerb auf der Loreley nicht anzutreten.
Aber auch ohne dies stand das nächste Highlight schon ins Haus: 25 Jahre Jagdhornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg. Beim großen Festkonzert unter dem Motto „Faszinierende Jagdmusik, alt und neu“, wurde ein musikalischer Bogen gespannt vom klassischen Jagdsignal bis hin zum konzertanten Werk für Parforcehörner. Damit die Zuhörer nicht nur „Blech“ zu hören bekamen, lockerte der Jägerchor Hinterland mit gesanglichen „Ohrwürmern“ das Konzert auf. Man muss nicht übertreiben um dieses runde Programm als mehr als angemessenen Rahmen für die 25 Jahre mit dem Jagdhorn zu bezeichnen.

2005 dann die doppelte Herausforderung: Neben der Landesmeisterschaft auf dem Trifels im Juli, welche wiederum gewonnen wurde, folgte im August die Teilnahme an den erstmals ausgetragenen Bundesmeisterschaften für Jaghörner in 'Es' im Bayrischen Regensburg. Landesmeisterschaft 2005 in AnnweilerAchtbar kann man den erreichten 6. Platz bezeichnen wenn man bedenkt dass mehr als 40 Gruppen am Start waren. Manche mögen heute noch als Begründung für die Platzierung anführen dass beim gemütlichen Beisammensein der aus ganz Deutschland angereisten Bläsergruppen am Abend zuvor das Bier ausgegangen sei - und das ausgerechnet im bierseligen Bayern.
In Manderscheid / Eifel dann im Juni 2007 dann wieder das gewohnte Bild: Sieger des Wettbewerbs in der Königsklasse 'Es' ist die Jagdhornbläsergruppe aus Alsdorf Hachenburg. Und ein Jahr später, 2008 konnte beim zweiten Bundeswettbewerb unter Beweis gestellt werden wie gut die Jagdhornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg inzwischen ist. Bei einem hervorragendem Ergebnis von 579 von 585 möglichen Punkten konnte sich die Gruppe mit nur zwei Punkten Unterschied zum Sieger über ihren zweiten Platz freuen. Die Organisatoren hatten das gemütliche Beisammensein am Abend zuvor allerdings auch in weiser Voraussicht in eine große, ortsansässige Brauerei verlegt.

Im Jahre 2009 stehen nun wieder zwei große Termine an. Neben den Landesmeisterschaften in Bad Münster am Stein - Ebernburg steht der 30. Geburtstag an. Letzterer wird mit zwei Veranstaltungen gefeiert: Einem Festkommers im September und einer Hubertusmesse im November (siehe auch Termine). Zu diesen Terminen sind natürlich wieder alle Freunde der Jagdmusik herzlich eingeladen. Nicht nur um den Klängen der Jagdhörner oder des Jägerchors Hinterland, der auch wieder mit von der Partie ist, zu lauschen. Gilt es doch in erster Linie 30 Jahre Jagdhornbläsergruppe Alsdorf-Hachenburg zu feiern. Nicht zuletzt unser Publikum und der bei allen wichtigen Auftritten präsente Fanclub ist Ansporn genug, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter zu machen, und weitere Erfolge und Jubiläen zu feiern.

 
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Geschichte des Jagdhorns 

Die Geburtsstunde...
Lange bevor die Menschen begannen, die Jahre zu zählen, muß der erste Hornton zur Welt gekommen sein. Dies geschah vermutlich in noch grauer Vorzeit im Orient. Sicher fiel damals einem unserer Vorväter eine Art Rohr -wie es die Natur bereithielt- in die Hände. Es war vielleicht ein Schneckengehäuse, der Röhrenknochen eines erlegten Tiers, der hohle Stengel einer Pflanze oder ein ausgehöhltes, an der Spitze abgebrochenes Horn eines Büffels. Dieser Mensch mag das Rohr an die Lippen gesetzt haben, um daraus das verbliebene Wasser, Reste von Sand oder Mark herauszupusten. Und siehe (besser: höre) da...
Die ältesten als Blasinstrumente verwendeten Schneckenhörner dürften assyrischen Ursprungs sein oder der Induskultur entstammen. Man vermutet ihren wahrscheinlich kultischen Gebrauch um 2000 - 1500 vor Christus. Das altjüdische Schofar ist beispielsweise bereits aus der Bibel bekannt. Es ist ein mundstückloses Widderhorn, das auch heute noch im jüdischen Ritus am Neumondstag geblasen wird. Im 7. Jhd. vor Christus brachten vermutlich die Ertrusker ihre Hörner ins Abendland. Diese wurden aus Terrakotta gefertigt und besaßen eine zum Halbkreis gebogene Form, die sich noch bei zahlreichen (jedoch metallenen) Jagdhörnern des 17. und 18. Jhd. in Frankreich und Deutschland wiederfindet.
Als sich bei den Römern das Militär-Signalwesen entwickelte, kam das von den Etruskern übernommene CORNU zum Einsatz. Sehr schnell hatten die Römer verstanden, es samt seiner typischen Griffstange aus Metall zu fertigen. Am imposantesten ware das mächtige BUCCINA: Dies war ein Horn von über drei Meter Länge, zum Kreis gebogen und ursprünglich das Signalhorn der Seefahrer und Hirten.

Das Horn zur Übermittlung von Botschaften...
In den Städten dienten Hörner den Turm- und Nachtwächtern zum Abblasen der Stunden und um Gefahren wie z. B. Brände zu signalisieren. Auf dem Land riefen die Gemeindehirten mit Hörnern frühmorgens das Vieh aus den Ställen herbei, um es auf die Weideplätze zu treiben. Bäcker gaben v.a. in den Niederlanden mit ihren Bäckerhörnern Signale, um ihren Kunden anzuzeigen, daß Backwaren ofenfrisch zu haben waren oder daß der Ofen angeheizt war, damit Frauen den daheim zubereiteten Teig zum Backen bringen konnten. Durch Hörnerblasen gaben v.a. in Schwaben Metzgergesellen bekannt, daß sie mit ihren flinken Fleischerwagen bereit waren, auf ihrer Fahrt von Ort zu Ort Briefe mitzunehmen. Dies war die beliebt gewordene Metzgerpost - die Vorfahren der späteren Postillione.
Einige hölzerne Horninstrumente waren damaligen Metallhörnern schon weit überlegen. In Mitteleuropa muß eine Bastlernatur unter den Hirten auf den Gedanken gekommen sein, ein Rohr aus einem gewachsenen Bäumchen zu machen, um es zum Blasen zu verwenden. Schon 1555 erwähnte der Zürcher Gelehrte Gesner das Alphorn. Sowohl Hirten- als auch Alphorn wurden meist aus Tannen hergestellt, die der Länge nach halbiert und ausgehöhlt wurden. Anschließend fügte man sie wieder zusammen und verleimte sie gründlich. Das Mundstück wurde oft aus Buchsbaum gedreht oder geschnitzt.

Jagdhörner...
In der Literatur wird schon sehr früh von Jagdhörnern erzählt. Ein Beispiel ist der "Roman d' Alixandre" aus dem 12. Jahrhundert. Im "Trésor de Vénerie" des Hardouin de Fontaines-Guérin wird von 14 unterschiedlichen Signalen berichtet. Marin Mersenne (1588-1648), ein gelehrter Pariser Paulaner-Pater, schilderte die Möglichkeit, wohlklingende Dreiklangsakkorde anzugeben, vorausgesetzt, daß man dazu Hörner in den Stimmungsverhältnissen zueinander passend einzurichten vermag. Die Vorbedingungen, ein primitives Signalinstrument zu einem auch 'musikalisch' verwendbaren Jagdmusikinstrument zu machen, waren damit geschaffen.
Schließlich kamen ganz neue, weit gewundene Jagdhörner in Mode: die schnell berühmt gewordenen Parforcehörner. Die einfache Harmonik vieler Fanfarensätze wurde durch die zwangsläufige Terzen-, Quint- und Sexten-Stimmführung des zweiten Horns festgelegt. Dennoch wußten die Bläser, wie z.B. der Marquis de Dampierre und die Hofkomponisten von Ludwig XIV. die musikalischen Möglichkeiten einfallsreich zu nutzen. 1828, 100 Jahre später, komponierte der gefeierte Opernmeister Gioacchino Rossini "Le rendez-vous de chasse" für vier Solo-Parforcehörner in D und Orchester.

Vom Jagdhorn zum Waldhorn...
Um die Jahrhundertwende 1700, tauchten in einigen Partituren schon Waldhörner auf. Dadurch begann man neben den unhandlich großen Parforcehörnern auch kleinere Typen zu bauen. Aus dem Jagdhorn wurde das Waldhorn. Der warme und volle Ton ließ die Möglichkeiten bereits ahnen, die in der Zukunft noch umgesetzt werden sollten. In den achtziger Jahren des 18. Jhd.s gab es wohl in ganz Europa nur noch selten ein Orchester von Ruf, das nicht mindestens zwei Hornisten verpflichtet hatte. Auf Hörnern galt es nun nicht mehr, extrem hohe oder virtuose Solopassagen fanfarenhaft herauszuschmettern, sondern vielmehr, sich mit schönen, runden und weichen Tönen der Orchesterharmonie anzupassen.
Der Wunsch, dem Waldhorn einen vollkommen chromatischen Tonvorrat zu verleihen, führte zu den unterschiedlichsten bautechnischen Ideen, doch keines der Systeme bewährte sich. Sie wurden schließlich durch Erfindung der Ventile überholt. Am 12.04.1818 hat das Königliche Preußische Patentamt Heinrich Stölzel und Friedrich Blühmel ihre Erfindung bestätigt. Über Nacht hatten sich damit die kühnsten Wunschträume aller jungen fortschrittlichen Komponisten erfüllt. Das ideal erträumte Ventilhorn allgemein anzunehmen, dauerte wider Erwarten noch eine ziemlich lange Zeit. Mit dieser Möglichkeit entstanden in der Folgezeit zahlreiche Hornkonzerte und das Horn wurde zum vollwertigen Musikinstrument.
 
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Letzte Aktualisierung: 25-März-2009